Delphy führte Feldversuche zur Vision Spray-Technik von Munckhof Fruit Tech Innovators durch

3D-Aufnahmen zeigen die Baumstruktur genau
Vision Spray nutzt LiDAR-Technologie, um während des Sprühens ein dreidimensionales Bild des Baumes zu erstellen. Durch Tausende von 3D-Aufnahmen pro Sekunde entsteht ein genaues Bild der Aststruktur, der Blattbedeckung und der offenen Räume in und um die Krone des Obstbaums. Diese Informationen werden direkt an den Sprühcomputer weitergeleitet, der dann jede Sprühdüse einzeln steuert. Nur dort, wo Pflanzen stehen, öffnet sich eine Sprühdüse. LiDAR ist keine neue Technik: Sie wird bereits seit Jahren in selbstfahrenden Fahrzeugen, in der Forstwirtschaft und in der Drohnennavigation eingesetzt. Munckhof wendet diese bewährte Technik nun im Obstgarten an, um Spritzmittel zu sparen.
Delphy untersuchte die Mittelersparnis im Feld
Delphy führte die Untersuchung in zwei professionellen Elstar-Obstgärten durch: einer ausgewachsenen Plantage mit voller Krone und einer einjährigen Plantage mit einer viel offeneren Struktur. Im März, Mai und Juli wurde sowohl vollflächig als auch mit Vision Spray gespritzt. Bei der Vollfeldspritzung waren alle Sprühdüsen ständig geöffnet und es wurde überall im Obstbaum die gleiche Menge an Pflanzenschutzmittel versprüht, unabhängig davon, wie viel Laub oder Ernte zu diesem Zeitpunkt vorhanden war. Bei der Vision-Spray-Technik wurde automatisch gemessen, wo sich viel und wo sich wenig Laub im Baum befand, und die Sprühdüsen öffneten und schlossen sich zum richtigen Zeitpunkt, um Pflanzenschutzmittel zu sparen. Unter jeder Sprühdüse wurde die Sprühflüssigkeit aufgefangen, sodass genau gemessen werden konnte, wie viel Mittel pro Düse und pro Wachstumsstadium verwendet wurde. Dies lieferte ein objektives Bild der Mittelersparnis in beiden Kulturen.
Bis zu 19 % Mittelersparnis im ausgewachsenen Obstgarten
In der ausgewachsenen Plantage war im März sofort eine deutliche Ersparnis zu erkennen. Die Bäume waren zu diesem Zeitpunkt noch fast blattlos, sodass Vision Spray viele Düsen automatisch geschlossen hielt und deutlich weniger Mittel verbraucht wurde als beim Sprühen des gesamten Feldes. Im Mai schien der Unterschied geringer zu sein. Das lag nicht daran, dass Vision Spray weniger gut funktionierte, sondern daran, dass die Bäume inzwischen mehr Volumen in Höhe der zweitobersten Kappe gewonnen hatten. In diesem Bereich gab es mehr Blätter als im März, sodass auch mehr gespritzt werden musste, wodurch der Unterschied zum Vollfeldspritzen vorübergehend abnahm. Im Juli wurde der Unterschied wieder größer. Durch das Triebwachstum waren die Bäume höher geworden, sodass beim Sprühen des gesamten Feldes eine zusätzliche obere Düse eingeschaltet werden musste. In diesem Teil des Baumes befanden sich jedoch nur wenige Blätter. Während diese Düse beim Sprühen des gesamten Feldes kontinuierlich sprühte, schaltete Vision Spray sie nur gelegentlich ein. Das brachte gerade in diesem Zeitraum deutliche zusätzliche Einsparungen. Über die gesamte Saison hinweg beliefen sich die Einsparungen bei den ausgewachsenen Pflanzen somit auf 10 bis 19 Prozent, je nach Jahreszeit.
Bis zu 40 % Einsparungen bei jungen Anpflanzungen
Bei den einjährigen Anpflanzungen waren die Einsparungen noch höher. Die jungen Bäume hatten viele offene Stellen zwischen den Baumkronen und oben waren kaum Blätter vorhanden. Vision Spray musste dort also fast gar nicht gesprüht werden. Auch unten war beim ersten Sprühvorgang noch eine deutliche Reduzierung sichtbar. Die Gesamteinsparung bei den jungen Anpflanzungen belief sich auf 17 bis 33 Prozent. Laut Delphy könnte diese Einsparung in der Praxis, wo die Erzeuger in der Regel alle Kappen offen haben, sogar über 40 Prozent betragen.
Die Spritzdüsen zeigt, wo der Gewinn erzielt, wird
Die Spritzdüsenabgabemessungen zeigen genau, wo Vision Spray Einsparungen erzielt. Im unteren und mittleren Bereich ausgewachsener Bäume gaben die Düsen mit Vision Spray fast die gleiche Menge ab wie bei einer Vollfeldspritzung; hier befindet sich der größte Teil des Laubs und der Fruchtlast. In diesen Bereichen hat die Technik also genau das Düse getan, was sie tun sollte. Weiter oben im Baum wurde der Unterschied viel größer. Die zweithöchste Düse gab noch nicht einmal fünfzig Prozent der Vollfeldabgabe ab, und die höchste Düse sogar nur durchschnittlich zwei Prozent. In der jungen Pflanzung war das Bild ähnlich: Die unteren Düsen öffnete Vision Spray fast immer, aber die Düse weiter oben in der Pflanze blieben fast die ganze Zeit geschlossen. Diese intelligente Düsesteuerung erklärt den größten Teil der Mittelersparnis.
Blattbedeckung bleibt bei Präzisionsspritzen gut
Ein geringerer Mittelaufwand ist nur dann interessant, wenn die Bedeckung der Pflanze auch gut bleibt. Die Analysen mit wasserempfindlichem Papier in den ausgewachsenen Beständen zeigten, dass es im Mai und Juli keinen signifikanten Unterschied zwischen Vision Spray und Vollfeldspritzen gab. Im März schien zunächst ein Unterschied sichtbar zu sein, der jedoch hauptsächlich auf Messfehler und zu konservative LiDAR-Einstellungen zurückzuführen war, die damals noch nicht alle Äste tief im Baum erfassten. Nach einer Softwareanpassung wurde dieses Problem behoben. Spätere Tests mit fluoreszierendem Pulver bestätigten, dass die Pflanzen genauso gut getroffen wurden, während leere Räume wie Wege, Drähte und offene Flächen viel weniger Ablagerungen erhielten.
Praktische Vorteile für Landwirte
Insgesamt zeichnen die Feldversuche ein klares Bild. Vision Spray reduziert den Mittelaufwand, ohne dass die Abdeckung darunter leidet. Vor allem im oberen Teil des Baumes, wo die Pflanzen lichter sind und wo Drift oft ein Problem darstellt, verhindert die Technik Verschwendung. Für Landwirte bedeutet dies weniger Mittel, weniger Drift und eine gleichmäßige Abdeckung an den Stellen, wo es darauf ankommt. Darüber hinaus sorgt Vision Spray für Ruhe während der Arbeit: Die Maschine erkennt selbst, wo sich der Baum befindet und wo nicht, und passt die Ausbringung automatisch daran an. Landwirte müssen nicht mehr manuell zwischen Düsenpositionen umschalten und erhalten ein gleichmäßigeres und zuverlässigeres Sprühbild. Die Schlussfolgerung aus der Untersuchung ist daher eindeutig: Vision Spray funktioniert in der Praxis wirklich. Die Technik ist praxistauglich und bietet messbare Einsparungen für alle, die nachhaltiger arbeiten, Kosten sparen oder einen Schritt in Richtung datengesteuertes Präzisionsspritzen machen wollen. Die neueste Software kann auch Pfähle und Stahldrähte erkennen, wodurch noch etwas mehr Einsparungen erzielt werden können.





